Es gibt nur ein Zeichen für Weisheit: gute Laune, die anhält.       Michel de Montaigne




Erkenntnis des Monats

               Dezember 2011    


Die völlige Unverantwortlichkeit des Menschen für sein Handeln und sein Wesen
ist der bitterste Tropfen, welchen der Erkennende schlucken muß,
wenn er gewohnt war, in der Verantwortlichkeit und der Pflicht
den Adelsbrief seines Menschentums zu sehen.

                          Friedrich Nietzsche, Menschliches Allzumenschliches - ein Buch für freie Geister.


              Erkenntnisse der Vormonate


   Erkenntnis im November 2011

Empfindet man Respekt für Menschen, so, wie sie sind, kann man ihnen besser helfen, besser zu werden, als sie sind.
    John Gardner

   Erkenntnis im Oktober 2011

Ein unnütz Leben ist ein früher Tod.
    Johann Wolfgang von Goethe

   Erkenntnis im September 2011

Weisheit und Tugend sind wie die beiden Räder eines Karren.
    Japanisches Sprichwort

   Erkenntnis im August 2011

Ich verschwende unsägliche Mühe auf ein Anordnen der Gedanken, das vielleicht gar keinen Wert hat.
    Wittgenstein

   Erkenntnis im Juli 2011

Ich suche ja nur die Wahrheit, sie, von der niemand je Schaden erlitten hat.
    Marcus Aurelius

   Erkenntnis im Juni 2011

Die Seele verzichtet nur ungern auf Wahrheit.
    Epiktet

   Erkenntnis im Mai 2011

Vielleicht spielt sich das göttliche Leben neben uns ab,
und wir sitzen stumpfsinnig dabei wie ein mürrischer Hund, wenn Bachs Hohe Messe ertönt.
    Erich Brock (1889 - 1976)

   Erkenntnis im April 2011

Die Kunst, ehemals Dienerin in Tempel und Palast, ist jetzt Herrin in dürftiger Hütte.
    Max Jacob Friedländer (1867 - 1958)

   Erkenntnis im März 2011

Wer in sich selbst verliebt ist, hat wenigstens bei seiner Liebe den Vorteil, daß er nicht viele Nebenbuhler erhalten wird.
    Georg Christoph Lichtenberg

   Erkenntnis im Februar 2011

Reaktionär sein heißt, nicht an bestimmte Lösungen zu glauben,
sondern ein scharfes Gespür für die Komplexität der Probleme haben.
    Nicolás Gómez Dávila (1913 - 1994)

   Erkenntnis im Januar 2011

Wenn einem ein Philosoph antwortet, weiß man überhaupt nicht mehr, was man gefragt hat.
    André Gide

   Erkenntnis im Dezember 2010

Freiheit ist, wie Glück, dem schädlich - und jenem nützlich.
    NOVALIS

   Erkenntnis im November 2010

Es gibt kein besseres Mittel, das Gute in den Menschen zu wecken, als sie so zu behandeln, als wären sie schon gut.
    Gustav Radbruch

   Erkenntnis im Oktober 2010

Daß Gott uns nicht zwingt, das ist seine Härte.
    Ludwig Strauss

   Erkenntnis im September 2010

Die Klugheit des Rationalisten ist die des Betrunkenen in der Anekdote, der seinem Hut nicht auf der dunklen Straßenseite nachforscht,
sondern auf der beleuchteten, wo er ihn besser suchen kann.
    Ludwig Strauss

   Erkenntnis im August 2010

Kein Aufstieg ohne Treulosigkeit.
Sie wird dem zum Verhängnis, dem der Aufstieg nicht gelingt.
    Hans Albrecht Moser

   Erkenntnis im Juli 2010

JUPITER ODER : ARS AMANDI
Wenn Jupiter liebte kam er als Stier, als Goldregen, als Singschwan oder als Wolke.
Und er wurde geliebt, denn die Frauen lieben die Stiere, die Goldregen, die Singschwäne und besonders die Wolken.
Aber niemals kam er als Jupiter ...
    Egon Friedell

   Erkenntnis im Juni 2010

Kenne Deine Feinde und Dich selber, dann wirst Du in hundert Schlachten nicht einmal besiegt werden.
Kennst Du den Feind nicht, wohl aber Dich selbst, dann stehst Du auf der Kippe.
Weißt Du nichts über Deinen Feind und nichts über Dich selbst, dann sei sicher, daß Du jede Schlacht verlierst.
    Sun Tzu  (4. Jahrhundert v.Chr, "Die Kunst des Krieges")

   Erkenntnis im Mai 2010

Alltags-Maßstab,
- Man wir selten irren, wenn man
extreme Handlungen auf Eitelkeit,   mittelmäßige auf Gewohnheit    und    kleinliche auf Furcht
zurückführt.
      Friedrich Nietzsche

   Erkenntnis im April 2010

Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen.
   Johann Wolfgang von Goethe

   Erkenntnis im März 2010

Ich liebe die Großmütigen mehr als die Gerechten. Großmut geht rein auf.
Bei der aufs feinste gewogenen Gerechtigkeit bleibt immer ein trüber Rest.

   Carl Jacob Burckhardt

   Erkenntnis im Februar 2010

Für einen Mann, der in seinem Werkzeugkasten nur einen Hammer hat, sieht jedes Problem wie ein Nagel aus.
   Abraham Maslow

   Erkenntis im Januar 2010

Liebe! Und dann mache was du willst!
     Augustinus   

...

      Erkenntnis im Mai 2009:

So umschreibt Friedrich Nietzsche seine Vorstellungen vom Übermenschen:
     Die Erkennenden
     Die, die die Tugend lieben und an ihr zugrunde gehen
     Die Schamhaften des Glücks
     Die Seelentiefen
     Die Freigeister
     Die Verschwender der Seele

                 

      Erkenntnis im April 2009:

Die Welt ist für uns stets eine Antwort, die von den Fragen abhängt, die wir an sie stellen.
             Stanislaw Brzozowski    

      Erkenntnis im März 2009:

Der Weise betrachtet Himmel, Erde und die Myriaden Dinge als einen Leib.
             Wang Yang-ming (1472 - 1529)    

      Erkenntnis im Februar 2009:

Alles was ich habe, trage ich in mir.
             Seneca    

      Erkenntnis im Januar 2009:

Zivilisation ist die ständige Vermehrung unnötiger Notwendigkeiten.
             Mark Twain    

      Erkenntnis im Dezember 2008:

Gott ist Tag und Nacht, Winter und Sommer, Krieg und Frieden, Sättigung und Hunger.
             Heraklit    

      Erkenntnis im November 2008:

Betrachte die Gegenwart als dein Eigentum, alles andere überlasse dem Schicksal.
             Euripides    

      Erkenntnis im Oktober 2008:

Da unsere Wahrnehmungen von unseren Denkprozessen gestaltet werden, fällt es uns sehr schwer, zu entdecken, was offensichtlich ist,
und zwar einfach deshalb, weil unsere alten Gedankengänge unsere Fähigkeit blockieren, Altes mit neuen Augen zu sehen.
             Gottfried Wilhelm Leibniz    

      Erkenntnis im September 2008:

Man muß lieben lernen.
             Friedrich Nietzsche    

      Erkenntnis im August 2008:

Jeder große Denker hat nur einen Gedanken. Nur Plattköpfe haben viele Gedanken.
             Schopenhauer    

      Erkenntnis im Juli 2008:
Nur der Gebildete ist frei.
             Epiktet    

      Erkenntnis im Juni 2008:

Sein ist Wahrgenommenwerden. Sein ist Wahrnehmen.
(Esse est percipi. Esse est percipere.)
             Berkeley    

      Erkenntnis im Mai 2008:

Er mißfällt mir. - Warum? - Ich bin ihm nicht gewachsen. -
Hat je ein Mensch so geantwortet?
             Friedrich Nietzsche    

      Erkenntnis im April 2008:

Wir urteilen nur über Modelle.
             Paul Valery    

      Erkenntnis im März 2008:

Ein Lehrer, der nicht von seinen Schülern lernt, versagt in seinem Beruf.
             Charlotte Wolff    

      Erkenntnis im Februar 2008:
Nicht die Dinge beunruhigen die Menschen, sondern ihre Meinung über die Dinge.
             Epiktet    

      Erkenntnis im Dezember 2007 und Januar 2008:

Außerdem selbstgewählter Spruch in der Traueranzeige meines Vaters, Dr.rer.nat. Manfred Pohl, der am 10. Dezember 2007 verstorben ist:

Ich glaube, dass wenn der Tod unsere Augen schließt, wir in einem Licht stehen, von welchem unser Sonnenlicht nur der Schatten ist.
             Arthur Schopenhauer    

      Erkenntnis im November 2007:
In Wirklichkeit spiegelt die Kunst den Beschauer, nicht das Leben.
             Oscar Wilde    

      Erkenntnis im Oktober 2007:

Dies ist der Grund für die Freude der Liebe, wenn sie vorhanden ist: Uns in unserem Dasein gerechtfertigt zu fühlen.
             Jean-Paul Sartre    

      Erkenntnis im September 2007:

Und indem man einen Freund liebt, liebt man das, was für einen selbst wertvoll ist.
             Aristoteles    

      Erkenntnis im August 2007:

Eine Reise ist ein vortreffliches Heilmittel für verworrene Zustände.
             Franz Grillparzer    

      Erkenntnis im Juli 2007:

Weil das Leid nicht schlimmer ist, als das Leid zu fürchten.
             Sophokles, Trachinierinnen    

      Erkenntnis im Juni 2007:

Wovor du wegläufst und wonach du dich sehnst, beides ist in dir selber.
             Anthony de Mello    

      Erkenntnis im Mai 2007:

Geld gleicht Seewasser: Je mehr davon getrunken wird, desto durstiger wird man.
             Arthur Schopenhauer    

      Erkenntnis im April 2007:

Im Reich der Wirklichkeit ist man nie so glücklich wie im Reich der Gedanken.
             Arthur Schopenhauer    

      Erkenntnis im März 2007:

   Das Zuhören ist die Seele des Gesprächs.
             Gerd B. Achenbach (siehe Kontakte & Links)    

      Erkenntnis im Februar 2007:

   Das Unglück des Bösen liegt wirklich in seinem eigenen Wesen begründet:
in seiner Äußerlichkeit und in seinem Unvermögen, überhaupt irgend etwas von innen her aufzugreifen und mit ganzem Einsatz durchzustehen.
             Eugen Drewermann,   "Frau Holle"    

      Erkenntnis im Januar 2007:

   Zum Ökosystem tragen auch kleine Tiere bei:
Also nicht immer auf die Liebe starren, sondern auch ein Herz und ein Auge haben für die Freundlichkeit, die Zuwendung, die Aufmerksamkeit, die Großzügigkeit, das Verzeihen, auch für die Nachsicht und die Gnade.
Und daran denken, daß die Gerechtigkeit bisweilen einzuschreiten hat gegen die Ausnützungen der Liebe!
             Paul Gregory,   Filosof und Übersetzer in Berlin    

      Erkenntnis im Dezember 2006:

Das Licht der Chance wird wachgehalten in den Glanzstücken der Kunst, doch die Chance ist eine Frau,
sie wartet darauf, daß man ihr das Kleid auszieht.
             Georges Bataille    

      Erkenntnis im November 2006:

Zur Wahrscheinlichkeit gehört immer, daß das Unwahrscheinliche eintritt.
             Aristoteles    

      Erkenntnis im Oktober 2006:

Ohne die Klasse der Müßiggänger wären die Menschen heute noch Barbaren.
             Bertrand Russell    

      Erkenntnis im September 2006:

Unser Neid dauert stets länger als das Glück derer, die wir beneiden.
             La Rochefoucauld    

      Erkenntnis im August 2006:

Man kann nicht in Freude leben, ohne vernünftig, edel und gerecht zu leben,
aber auch umgekehrt kein vernünftiges, edles und gerechtes Leben führen, ohne in Freude zu leben.
Man kann es aber nicht, wenn jene Voraussetzungen fehlen.
             Epikur    

      Erkenntnis im Juli 2006:

Wenn die Furcht vor den Naturerscheinungen, die Besorgnis, der Tod habe für uns vielleicht doch etwas zu bedeuten
und die Unkenntnis über die Grenzen der Schmerzen und Begierden uns nicht beunruhigten,
dann brauchten wir keine Naturerkenntnis.
             Epikur    

      Erkenntnis im Juni 2006:

Was nützt dir Liebe, Glück, Bildung, Reichtum, wenn du dir nicht die Zeit nimmst, sie in Muße zu genießen?
             Emilie von Gleichen-Rußwurm    

      Erkenntnis im Mai 2006:

Der Poet versteht die Welt besser als der Wissenschaftler.
             Novalis    

      Erkenntnis im April 2006:
            
Die Gerechtigkeit ist der Zukunft geweiht,
es gibt Gerechtigkeit nur dann, wenn sich etwas ereignen kann, was als Ereignis die Berechnungen,
die Regeln, die Programme, die Vorwegnahmen usw. übersteigt.
             Jacques Derrida    

      Erkenntnis im März 2006:
            
Gleichgültigkeit ist die mildeste Form der Intoleranz.
             Karl Jaspers    

      Erkenntnis im Februar 2006:
            
Philosophie ist keine Lehre, sondern eine Tätigkeit.
             Ludwig Wittgenstein    

      Erkenntnis im Januar 2006:
            
Da fragt man, warum sterben Kinder, junge Menschen, die nur so kurze Zeit gelebt haben.
Woher wißt ihr, daß sie nur kurze Zeit gelebt haben?
Das ist euer grobes Zeitmaß, das Leben wird aber nicht nach der Zeit gemessen.

Das ist dasselbe, als wollte man fragen: Warum sind dieser Ausspruch, dieses Poem, dieses Bild, dieses Musikstück so kurz geraten, warum hat man sie abgebrochen und nicht bis zum Maße der längsten Reden und Stücke, der größten Bilder ausgedehnt?
Wie das Maß der Länge nicht auf die Bedeutung (die Größe) von Werken der Weisheit und der Dichtung anwendbar ist, so auch nicht auf das Leben.

Woher wißt ihr, welch inneres Wachstum diese Seele in ihrer kurzen Frist durchlaufen und welchen Einfluß sie auf andere gehabt hat?
             Leo N. Tolstoi, Tagebuch 1907    

      Erkenntnis im Dezember 2005:
            
Kenntnisse kann jeder haben, aber die Kunst zu denken ist das seltenste Geschenk der Natur.
             Friedrich II. von Preussen    

      Erkenntnis im November 2005:
            
Ich jedenfalls, Herr, quäle mich damit ab, und an mir selbst quäle ich mich ab.
Zu einem Gelände voll Mühsal und Schweiß bin ich mir geworden.
Und dabei geht es nicht darum, die Himmelsräume zu erforschen
oder die Sternabstände zu vermessen oder das Gewicht der Erde zu bestimmen:
Um mich selbst geht es, um mich, der ich mich erinnere, um mich als Geist.
             AUGUSTINUS, Bekenntnisse    

      Erkenntnis im Oktober 2005:
            
Nichts in und von dieser Welt, und sogar außerhalb von ihr, kann ohne Einschränkung als gut begriffen werden,
außer ein guter Wille ..
             Immanuel Kant    

      Erkenntnis im September 2005:
            
Wir fühlen, daß, selbst wenn alle möglichen wissenschaftlichen Fragen beantwortet sind,
unsere Lebensprobleme noch gar nicht berührt worden sind.
             Ludwig Wittgenstein    

      Erkenntnis im August 2005:
            
Die Lebenskunst besteht darin, aus jeder Blüte Honig zu saugen.
             Heinrich von Kleist    

      Erkenntnis im Juli 2005:
            
In der Natur fühlen wir uns wohl, weil sie kein Urteil über uns hat.
             Friedrich Nietzsche    

Erkenntnis im Juni 2005:
            
Der körperliche Zustand hängt sehr viel von der Seele ab.
Man suche sich vor allem zu erheitern und von allen Seiten zu beruhigen.
             Wilhelm von Humboldt    

Erkenntnis im Mai 2005:
            
Man soll aber wissen, daß der Krieg das Gemeinsame ist und das Recht der Streit,
und daß alles durch Streit und Notwendigkeit zum Leben kommt.
             Heraklit, Fragmente    

Erkenntnis im April 2005:
            
Ich habe keine Hoffnung für die Zukunft nötig.
Ich brauche sie nicht, weil ich ja einfach die Möglichkeiten vor Augen habe, die bestehen. ..
Ich sehe also überall Möglichkeiten
und je mehr ich mich von Liebhabereien, also Sympathie, Pessimismus, Antipathie, freihalte,
um so besser sehe ich die unendlich vielen Möglichkeiten, die ein Mensch hat, täglich hat
- ob immer hat, weiß man nicht - aber jetzt noch hat, immer noch hat.
             Joseph Beuys    

Erkenntnis im Maerz 2005:
            
Man stirbt immer zu früh - oder zu spät.
Aber das Leben ist nun einmal da zu Ende;
der Strich ist gezogen, es gilt, die Rechnung abzuschließen.
Du bist, was dein Leben ist.
             Jean Paul Sartre    

Erkenntnis im Februar 2005:
            
Alle Philosophien sind letzen Endes Unsinn.
Einige jedoch sind größerer Unsinn als andere.              Samuel Butler    

Erkenntnis im Januar 2005:
            
Achte gut auf diesen Tag, denn er ist das Leben - das Leben allen Lebens.
In seinem kurzen Ablauf liegt alle Wirklichkeit und Wahrheit des Daseins,
die Wonne des Wachsens, die Größe der Tat, die Herrlichkeit der Kraft
- denn das Gestern ist nichts als ein Traum und das Morgen nur eine Vision.
Das Heute jedoch - recht gelebt - macht jedes Gestern zu einem Traum voller Glück und jedes Morgen zu einer Vision voller Hoffnung.
Drum achte gut auf diesen Tag!              Weisheit des Sanskrit    

Erkenntnis im Dezember 2004:
            
Das Seltsame an der Beschleunigung ist doch, dass vieles, was wir gestern noch für möglich gehalten haben,
heute allgemein üblich geworden ist, dass das, was wir gestern fürchteten - oder ersehnten - gar nichts Besonderes mehr ist:
nichts besonders Schreckliches und nichts besonders Schönes. Keine Katastrophe und kein wirklicher Gewinn.
Die Apokalypsen und Ideen haben uns einfach nur enttäuscht.
Es hat sich einfach nur ereignet, und wir sind, ohne dass wir es gemerkt hätten, mit unserer Welt anders geworden.
        
             Karl Markus Gauss     "Von nah, von fern. Ein Jahrbuch"

Erkenntnis im November 2004:
            
Mit stärkstem Licht kann man die Welt auflösen.
Vor schwachen Augen wird sie fest,
vor noch schwächeren bekommt sie Fäuste,
vor noch schwächeren wird sie schamlos
und zerschmettert den, der sie anzuschauen wagt.
        
             Franz Kafka

Erkenntnis im Oktober 2004:
            
"Schlimm! Schlimm! Wie? geht er nicht - zurück?"
- Ja! Aber ihr versteht ihn schlecht, wenn ihr darüber klagt.
Er geht zurück, wie jeder, der einen großen Sprung tun will. --
        
             Friedrich Nietzsche    in "Jenseits von Gut und Böse"
     
Erkenntnis im September 2004:
            
Hilf dem, der dessen bedarf ...
Allen Menschen freilich kann man es nicht recht machen,
aber wenn man immer konsequent und weise handelt, so werden uns wenigstens die Besseren nicht verkennen.
Schwäche ist nicht Güte, und verweigern, was man vernünftigerweise nicht zugestehen kann, heißt nicht, hartherzig sein.
             Freiherr von Knigge    in "Über den Umgang mit Menschen"
     
     Erkenntnis im August 2004:
            
Einen Menschen lieben, heißt sagen: "Du aber wirst nicht sterben."
             Gabriel Marcel in "Das ontologische Geheimnis
     
     Erkenntnis im Juli 2004:
            
Glück stärkt den Körper, doch nur Kummer fördert die Kräfte des Geistes.
             Marcel Proust
     
     Erkenntnis im Juni 2004:
            
Wir haben alle unsere Philosophien, ob wir dessen gewahr werden oder nicht, und die taugen nicht viel.
Aber ihre Auswirkungen auf unser Handeln und unser Leben sind oft verheerend.
Deshalb ist der Versuch notwendig, unsere Philosophien durch Kritik zu verbessern.
Das ist meine einzige Entschuldigung dafür, dass es überhaupt noch Philosophie gibt.
             Karl Popper
     
     Erkenntnis im Mai 2004:
            
    Vom Baum der Erkenntnis.
- Wahrscheinlichkeit, aber keine Wahrheit: Freischeinlichkeit, aber keine Freiheit, -
diese beiden Früchte sind es, derentwegen der Baum der Erkenntnis nicht mit dem Baum des Lebens verwechselt werden kann.
              Friedrich Nietzsche in "Menschliches Allzumenschliches - Ein Buch für freie Geister"
     
     Erkenntnis im April 2004:
            
    Es gibt ... ein Heilmittel für die Seele: die Philosophie.
              Cicero
     
     Erkenntnis im März 2004:
            
   Ein Mensch, der kein beständiges principium seiner Handlungen, mithin keine Einförmigkeit hat, hat keinen Charakter.
              Immanuel Kant
     Am 12. Februar 2004 gedachten wir seines 200. Todestages.

     Erkenntnis im Februar 2004:
Hoffnung ist nicht die Überzeugung, daß etwas gut ausgeht, sondern die Gewißheit, daß etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.
              Vaclav Havel
     

     Erkenntnis im Januar 2004:
         Jede Emotion
- ob Eifersucht, Verlegenheit, Fanatismus oder Empörung -
birgt ein metaphysisches und ethisches Mikrosystem in sich,
mithin ein Stück Philosophie, das wir entsprechend würdigen sollten.
              Robert C. Solomon in "Gefühle und der Sinn des Lebens"
     

     Erkenntnis im Dezember 2003:
         Ich weiß Dir Dank dafür, daß Du mich so hinnimmst, wie ich bin.
Was habe ich mit einem Freund zu tun, der mich wertet?
Wenn ich einen Hinkenden zu Tisch lade, bitte ich ihn, sich zu setzen, und verlange von ihm nicht, daß er tanze.
              Antoine de Saint-Exupéry
     

     Erkenntnis im November 2003:
        Wo wir unsterblich sind
Wir sind sterblich als bloßes Dasein,   unsterblich, wo wir zeitlich erscheinen als das was ewig ist.
Wir sind sterblich als Lieblose,   unsterblich als Liebende.
Wir sind sterblich in der Unentschiedenheit,   unsterblich im Entschluß.
Wir sind sterblich als Naturgeschehen,   unsterblich, wo wir uns in unserer Freiheit geschenkt werden.
              Karl Jaspers
     

     Erkenntnis im Oktober 2003:
Nehmen Sie die Menschen wie sie sind. Andere gibt's nicht!
              Konrad Adenauer
     

     Erkenntnis im September 2003:
Nichts ist heiterer, munterer und fröhlicher, ja scherzhafter als die philosophischen Untersuchungen.
              Michel de Montaigne
     

     Erkenntnis im August 2003:
Humor ist die Erkenntnis der Grenze, verbunden mit grenzenloser Erkenntnis.
              Gerhart Hauptmann
     

     Erkenntnis im Juli 2003:
Trachte danach, Deine Gedanken unter Deine Kontrolle zu bringen.
              Siddhartha Gautama, Buddha
     

     Erkenntnis im Juni 2003:
Wir brauchen eine Handvoll Narren!    Seht, wohin uns die Vernünftigen gebracht haben.
              G. B. Shaw
     

     Erkenntnis im Mai 2003:
Wir erkennen die Wahrheit nicht nur durch die Vernunft, sondern auch durch das Herz;
in der Weise des letzteren kennen wir die ersten Prinzipien,
und vergeblich ist es, daß die urteilende Vernunft, die hieran nicht beteiligt ist, sie zu bekämpfen versucht.

              Blaise Pascal, Gedanken
     

     Erkenntnis im April 2003:
Nicht was die Dinge im äußeren Zusammenhang der Erfahrung wirklich sind,
sondern was sie für uns in unserer Auffassung sind, macht uns glücklich oder unglücklich.
              Arthur Schopenhauer
     

     Erkenntnis im März 2003:
Darum ist alles philosophisch Gesagte so karg.
Denn es erfordert die Ergänzung aus dem eigenen Sein des Hörenden ...
Ein jeder versteht in ihr, was er eigentlich schon wußte.
              Karl Jaspers
     

     Erkenntnis im Februar 2003:
Was hat der Liebende seiner Geliebten zu bieten? Ein Rezept? Eine Antwort?   Nein  -  sich!
Und je vielfältiger und differenzierter dieser Liebende ist, desto mehr bietet er der Geliebten.
              Gerd Achenbach
     

     Erkenntnis im Januar 2003:
Man kann nicht in Freude leben, ohne vernünftig, edel und gerecht zu leben,
aber auch umgekehrt kein vernünftiges, edles und gerechtes Leben führen, ohne in Freude zu leben.
              Epikur
     

     Erkenntnis im Dezember 2002:
Ich war einmal, wo immer man mich antraf, ein glücklicher Mensch.
Glücklich sein aber heißt, daß du dir selbst ein gutes Schicksal sicherst.
Gute Schicksale aber sind Gutartigkeit der Seele, gute Neigungen und gute Handlungen.
              Marc Aurel, Selbstbetrachtungen
     

     Erkenntnis im November 2002:
Einer sei jung, schön, reich und gelehrt,
so fragt sich, wenn man sein Glück beurteilen will, ob er dabei heiter sei;
ist er hingegen heiter, so ist es einerlei, ob er jung oder alt, gerade oder buckelig, arm oder reich sei, er ist glücklich.
              Arthur Schopenhauer
     

     Erkenntnis im Oktober 2002:
Dumme Gedanken hat jeder - nur der Weise verschweigt sie.
              Wilhelm Busch
     

     Erkenntnis im September 2002:
Für eine Weile hinter dem Vorhang zu verschwinden, gibt Kraft für neue Auftritte.
              Wybranietz
     

     Erkenntnis im August 2002:
Philosophie ist eigentlich Heimweh - Trieb überall zu Hause zu sein.
              Novalis (Friedrich von Hardenberg, 1772 - 1801)
      Diesen Satz entdeckte ich in Weimar, wo er hoch an einem Giebel zu lesen ist.

     Erkenntnis im Juli 2002:
Philosophie ist die Wissenschaft, über die man nicht reden kann, ohne sie zu betreiben.
              Georg Christoph Lichtenberg
     

     Erkenntnis im Juni 2002:
Es gibt nur ein Zeichen für Weisheit: gute Laune, die anhält.
              Michel de Montaigne
     

     Erkenntnis im Mai 2002:
Sagt jemand zu dir: der oder jener hat dir Übles nachgeredet, so rechtfertige dich nicht erst lange, sondern antworte:
Er kennt eben meine anderen Fehler nicht, sonst hätte er wohl noch mehr gesagt.
              Epiktet
     

     Erkenntnis im April 2002:
Es ist ein Denken, das dem Menschen nicht gestattet, sich zu verschließen.
Es duldet nicht das Ausweichen dessen, der sich nicht zu nahe treten lassen will, macht unruhig den blinden Glückswillen, die Zufriedenheit im Triebhaften und die Enge in den Daseinsinteressen.
Dieses Denken schließt auf und fordert die Gefahr in der Offenheit.
              Karl Jaspers in "Die großen Philosophen" über Sokrates
     

     Erkenntnis im März 2002:
Oft sagte er [Sokrates] beim Anblick der massenhaften Verkaufsartikel zu sich selbst:
"Wie zahlreich sind doch die Dinge derer ich nicht bedarf!"
              Diogenes Laertius II, 25

     Erkenntnis im Februar 2002:
Sollte jedoch jemand behaupten, das Lustvolle und das Schöne übten Zwang aus, denn sie nötigten als Mächte, die außerhalb des Handelnden stehen, dann geschähe auf diese Weise alles Handeln unter Zwang, denn die genannten Werte sind für jeden das Ziel jeglichen Handelns. Und wer unter Zwang und wider sein Wollen handelt, tut es unfroh, während das Handeln um des Lustvollen und Edlen willen von Freude begleitet ist. Es ist also lächerlich, wenn man den äußeren Umständen die Schuld gibt und nicht sich selbst, da man so leicht durch solche Reize zur Strecke gebracht wird, und wenn man eine schöne Tat sich selbst, ein schimpfliches Versagen aber den Lockungen der Lust zuschreibt.
So bleibt denn das Ergebnis: gewaltsam ist ein Vorgang, dessen bewegendes Prinzip von außen her eingreift, ohne daß der Bezwungene irgendwie mitwirkt.
              Aristoteles, Nikomachische Ethik

     Erkenntnis im Januar 2002:
Das eine, was not tut. -
Eins muß man haben: entweder einen von Natur leichten Sinn oder einen durch Kunst und Wissen erleichterten Sinn.
              Friedrich Nietzsche, Menschliches Allzumenschliches
oder - so ergänzen wir - durch Philosophie erleichterten Sinn!

     Erkenntnis im Dezember 2001:
Neid ist "versteckte Bewunderung" und "unglückliche Selbstbehauptung".
              Sören Kierkegaard

     Erkenntnis im November 2001:
Wollen wir uns gegenseitig verstehen, müssen wir einander ein wenig ähnlich sein. Aber um uns zu lieben, müssen wir auch ein wenig unterschiedlich sein.
              Paul Géraldy

     Erkenntnis im Oktober 2001:
Gefühle und Verantwortung:
.. Während man Ausbrüche früher auf überwältigende Leidenschaften schieben konnte, darf man heute angesichts des nachfreudschen Offenheitsfetischismus und der neoromantischen Attacken gegen Gehemmtheit und Zugeknöpftheit noch die letzten Gemeinheiten herauslassen und zeitweise ausleben - im Namen "geistiger Hygiene".
              Robert C. Solomon in "Gefühle und der Sinn des Lebens".

     Erkenntnis im September 2001:
Freund. - Mitfreude, nicht Mitleiden, macht den Freund.
             Friedrich Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches.

     Erkenntnis im August 2001:
Dumme rennen, Kluge warten, Weise gehen in den Garten.
             Rabindranath Tagore

     Erkenntnis im Juli 2001:
Zum Sommerurlaub:
Die Last deiner Seele muß erst abgelegt werden; eher wird dir kein Ort gefallen.
             Seneca

     Erkenntnis im Juni 2001:
Wann immer du eine Entscheidung triffst, wann immer du handelst -
du tust nicht nur etwas, du wirst auch etwas.
           Tom Morris

     Erkenntnis im Mai 2001:
Unbeherrschtheit ist die Pest der Sinnenlust, Beherrschtheit jedoch keineswegs ihre Geißel, vielmehr ihre Würze.
           Michel de Montaigne, Essais

     Erkenntnis im April 2001:
Danach ist die Gutheit und Schlechtheit der Lust zu betrachten. Dazu ergeben sich vier Einzelfragen:
   1. Ist jede Lust schlecht?
   2. Angenommen, es verhält sich nicht so, ist dann jede Lust gut?
   3. Ist irgendeine Lust die beste?
   4. Ist die Lust Maß- oder Richtschnur, wonach gut oder schlecht im Sittlichen beurteilt wird?
           Thomas Aquin

     Erkenntnis im März 2001:
Der Reichtum der Möglichkeiten, Zusammenhänge ausfindig zu machen und sie zu erzeugen, sorgt für die Fülle des Sinns; sinnlos dagegen bleibt das, was ohne Zusammenhang ist.
           Wilhelm Schmid, Philosophie der Lebenskunst

     Erkenntnis im Februar 2001:
Und wir gewinnen als Erkenntnis: der Mensch, der glücklich sein soll, braucht wertvolle Freunde.
           Aristoteles, Nikomachische Ethik

     Erkenntnis im Januar 2001:
Vielfalt, die nicht zur Einheit gebracht wird, ist Konfusion;
Einheit, die nicht auf Vielfalt gründet, ist Tyrannei.
           Blaise Pascal

     Erkenntnis im Dezember 2000:
Der Charakter der ersten Lebenshälfte ist stets unerfüllte Sehnsucht nach Glück, der der zweiten die nur zu oft erfüllte Besorgnis vor Unglück: unglücklich sind beide.
Wenn, als ich jung war, geklingelt oder geklopft wurde, ward ich vergnügt, denn ich dachte, nun käme es.
Jetzt, wenn es klopft, erschrecke ich, denn ich denke: "da kommts´!"
           Arthur Schopenhauer

     Erkenntnis im November 2000:
Das Schöne ist genauso nützlich wie das Nützliche. Vielleicht sogar noch mehr.
           Victor Hugo.

     Erkenntnis im Oktober 2000:
Unsere Zeit wird uns teils geraubt, teils abgeluchst, und was übrig bleibt, verliert sich unbemerkt.
           Seneca.

     Erkenntnis im September 2000:
Die, die wirklich oder nur ihrer Meinung nach ungerecht behandelt wurden, erregen Furcht; denn sie lauern immer auf eine günstige Gelegenheit.
           Aristoteles.

     Erkenntnis im August 2000:
 Authentizität des Zwischenmenschlichen -
Es kommt nicht darauf an, daß einer dem anderen alles sage, was ihm einfällt, sondern darauf allein, daß er zwischen sich und dem anderen keinen Schein sich einschleichen lasse.
Es kommt nicht darauf an, daß einer sich vor dem anderen gehen lasse, sondern daß er dem Menschen, dem er sich mitteilt, an seinem Sein teilnehmen gewähre.
Auf die Authentizität des Zwischenmenschlichen kommt es an; wo es sie nicht gibt, kann auch das Menschliche nicht authentisch sein.
     Martin Buber: Das dialogische Prinzip.

     Erkenntnis im Juli 2000:
  Von der Nächstenliebe -
 Ihr drängt euch um den Nächsten und habt schöne Worte dafür.
Aber ich sage euch: eure Nächstenliebe ist eure schlechte Liebe zu euch selber.
Ihr flüchtet zum Nächsten vor euch selber und möchtet euch daraus eine Tugend machen: aber ich durchschaue euer "Selbstloses".  
      Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra.

     Erkenntnis im Juni 2000:
  Nötigste Gymnastik -
 Durch den Mangel an kleiner Selbstbeherrschung bröckelt die Fähigkeit zur großen ab.
Jeder Tag ist schlecht benutzt und eine Gefahr für den nächsten, an dem man nicht wenigstens einmal sich etwas im kleinen versagt hat:
diese Gymnastik ist unentbehrlich, wenn man sich die Freude, sein eigener Herr zu sein, erhalten will.  
      Friedrich Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister.

     Erkenntnis im Mai 2000:
 Philosophisch gesinnt sein -
 Gewöhnlich strebt man darnach, für alle Lebenslagen und Ereignisse eine Haltung des Gemüts, eine Gattung von Ansichten zu erwerben, - das nennt man vornehmlich philosophisch gesinnt sein.
Aber für die Bereicherung der Erkenntnis mag es höheren Wert haben, nicht in dieser Weise sich zu uniformieren, sondern auf die leise Stimme der verschiedenen Lebenslagen zu hören; diese bringen ihre eigenen Ansichten mit sich. So nimmt man erkennenden Anteil am Leben und Wesen vieler, indem man sich selber nicht als starres beständiges eines Individuum behandelt.  
      Friedrich Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister.

     Erkenntnis im April 2000:
 Nie umsonst. -
 Im Gebirge der Wahrheit kletterst du nie umsonst:
entweder du kommst schon heute weiter hinauf oder du übst deine Kräfte, um morgen höher steigen zu können.
      Friedrich Nietzsche: Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister.

     Erkenntnis im März 2000:
 Um die Erfinder von neuen Werten dreht sich die Welt:- unsichtbar dreht sie sich.
Doch um den Schauspieler dreht sich das Volk und der Ruhm: so ist "der Welt Lauf".
      Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra.